Die chronische Leukämie

Die chronisch myeloische Leukämie (CML)

Die CML weist im Blutbild erheblich 
mehr Leukozyten auf, als dies normalerweise der Fall ist. Im Gegensatz zu den akuten Leukämien besitzen die Zellen zum Teil aber noch ihre sonst übliche Funktionsfähigkeit. Die wichtigsten Krankheitssymptome sind: eine vergrößerte Milz und Leber (Hepatosplenomegalie), eine große Anzahl von Leukozyten im Blutbild, Neigung zu Infektionen, Nachtschweiß, schleichendes Fieber und Müdigkeit. Die CML tritt fast ausschließlich bei Erwachsenen auf, und zwar vorwiegend im mittleren Alter (55-65 Jahre). Zirka die Hälfte der CML-Patienten klagen über gar keine Symptome, sondern die Auffälligkeiten im Blutbild werden zufällig bei einer Routineuntersuchung erkannt. Die CML ist durch eine ganz bestimmte und gut charakterisierte Veränderung der Erbsubstanz charakterisiert (Philadelphia-Chromosom). Seit dem Jahre 2001 ist eine zielgerichtete Therapie (Glivec), die sehr spezifisch die CML-Zellen abtötet, zugelassen. Neuere Medikamente werden als sogenanntes „Super-Glivec” bezeichnet und sind noch wirksamer gegen CML-Zellen (Tasigna und Spycel). Ihr/e Hämatologe/in wird die für Sie optimale Therapie auswählen. Die Chancen, sehr lange mit der Erkrankung leben zu können, haben sich durch diese Medikamente dramatisch verbessert und es kommt heute nur noch in relativ seltenen Fällen zur Notwendigkeit, eine Blutstammzelltransplantation anwenden zu müssen.

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Die CLL ist eine Form der Leukämie,
 bei der nur die Lymphozyten betroffen sind. Die wichtigsten Krankheitssymptome sind: Lymphknotenschwellung, Fieber, Milz- und Lebervergrößerung. Hauterkrankungen wie Gürtelrose, Ekzeme und Pilzerkrankungen können aufgrund mangelnder Immunabwehr auftreten. Oft ist die CLL jedoch auch symptomlos. Sie betrifft meistens Menschen ab dem 45-sten Lebensjahr. Anders als bei den anderen bisher beschriebenen Leukämien kann man in bestimmten Situationen auch mit einer spezifischen Therapie noch zuwarten (“watch and wait”) und erst bei Fortschreiten der Erkrankung eine Therapie einleiten. In manchen Fällen sind aber die Beschwerden so groß, oder andere Parameter gegeben (z.B. Anämie, Thrombozytopenie, sehr schnelles Ansteigen der CLL-Zellen im Blut, sehr große Lymphknotenschwellungen etc.), dass Ihr/e Hämatologe/in Ihnen gleich zu einer Therapie raten wird. Die Therapie besteht in Abhängigkeit von Ihrem Alter nur aus Chemotherapeutika (evtl. mit Kortison) oder aus Chemotherapeutika in Kombination mit gezielt die CLL attackierenden Substanzen (Antikörpern). Nur in seltenen Fällen (junges Alter und sehr aggressive Form der CLL, die man heute durch Veränderungen der Erbsubstanz erkennen kann) wird auch die Anwendung einer Blutstammzelltransplantation mit Ihnen diskutiert werden.